Sonntag, 20.05.2018
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Plastikpiraten wieder auf Flüssen und Bächen unterwegs

Citizen-Science Aktion für Kinder und Jugendliche startet zum dritten Mal, um die Menge von Plastikmüll in Fließgewässern zu untersuchen


Die Plastikpiraten entern erneut die Flüsse in Deutschland: Vom 1. Mai bis zum 30. Juni startet zum dritten Mal die Citizen-Science Aktion "Plastikpiraten". Jugendliche im Alter von 10 bis 16 Jahren können auf wissenschaftliche Expedition gehen und die Vermüllung deutscher Flüsse und Bäche untersuchen. Damit helfen sie, die Wissenslücke zu schließen, wie groß das Ausmaß der Plastikmüllverschmutzung in und an deutschen Fließgewässern ist.

"Mit den Plastikpiraten gelingt es, eine Vielzahl Jugendlicher für das Plastikmüllproblem zu sensibilisieren - und sie für die Wissenschaft zu interessieren. Sie erheben Daten zum Zustand unserer Flüsse und leisten so bereits zu Schulzeiten einen wichtigen Beitrag für die Forschung. Damit erleben sie, wie die Forschung arbeitet", sagte Bundesforschungsministerin Anja Karliczek anlässlich des Starts der Plastikpiraten.

Die Jugendaktion wurde im Wissenschaftsjahr 2016/17 zu Meeren und Ozeanen ins Leben gerufen und hat großen Anklang gefunden: Knapp 350 Schulklassen und Jugendgruppen waren als Plastikpiraten an ihren heimischen Flussufern unterwegs. An fast allen untersuchten Gewässern wurde Müll gefunden, im Durchschnitt 0,66 Müllteile pro Quadratmeter Flussufer. Elbe und Rhein sowie ihre Zuflüsse liegen mit rund 0,80 und 0,75 Müllteilen pro Quadratmeter deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt. Auch alte Fahrräder und Fernseher wurden von den Jugendlichen aus den Flüssen gezogen. Eine alte "Capri-Sonne" ließ sich mithilfe des Haltbarkeitsdatums ungefähr datieren: Seit fast 20 Jahren war die Verpackung schon unterwegs und damit älter als deren Finder. Weil das Thema Plastikmüll an Relevanz inzwischen noch gewonnen hat, wird die Citizen-Science-Aktion nun fortgeführt.

Auf Plastikexpedition an deutschen Fließgewässern
Mit feinmaschigen Netzen fischen die Jugendlichen in Flüssen nach Mikroplastik, sammeln Plastik an Ufern ein und dokumentieren die erhobenen Daten auf einer digitalen Deutschlandkarte. Dort können sie sehen, wie sauber ihr lokaler Fluss oder Bach im Vergleich zu anderen Fließgewässern ist. Alle Ergebnisse werden von der Kieler Forschungswerkstatt ausgewertet und fließen in eine wissenschaftliche Studie ein. Dort wird zum Beispiel analysiert, wie sich die Belastung von der Quelle bis zur Mündung eines Flusses entwickelt und welche Flussabschnitte besonders stark verschmutzt sind.

Die Ergebnisse aus den Jahren 2016 und 2017 stehen online zur Verfügung:
http://bmbf-plastik.de/plastikpiraten/ergebnisse
 
Quelle: EM / BMBF
 


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