Donnerstag, 24.05.2018
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Deutschland vor der Rohstoffwende – der Druck wächst

Berliner Recycling- und Rohstoffkonferenz 2018 eröffnet

Vor rund 265 Teilnehmern eröffnete heute Elisabeth Thomé-Kozmiensky die diesjährige Berliner Recycling- und Rohstoffkonferenz. Die zweitägige Veranstaltung gehört zu den größten und wichtigsten Konferenzen Deutschlands, die sich mit allen Aspekten der Recyclingwirtschaft befasst. Zweit Tage lang diskutieren und referieren zum Teil in Parallelveranstaltungen Wissenschaftler aus dem In- und Ausland. Rund 50 Vorträge befassen sich mit politischen und wirtschaftspolitischen Entscheidungen und Strategien sowie – vor allem am zweiten Veranstaltungstag – mit der technischen Umsetzung. Doch bei allen technischen Möglichkeiten wird es nicht anders gehen, als dass der Mensch als Konsument sein Verhalten ändern muss und seinen Rohstoffverbrauch reduzieren muss. Recycling selbst ist nur ein geringer Teil der Kreislaufwirtschaft, denn im gesamten Geflecht der Stoffströme werden nur sehr geringe Mengen tatsächlich im Kreis geführt, verdeutlichte Gunter Wolff von EU Kommission in Brüssel.

Wolff befürchtet angesichts der chinesischen Abschottungspolitik beim Kunststoffrecycling Engpässe besonders auf dem deutschen Kunststoff-Recyclingmarkt. Eine Verlagerung in Richtung Verbrennung sei hier nicht auszuschließen. Aber man dürfe die Chancen für die deutsche Entsorgungsbranche nicht verkennen.

Traditionell einen breiten Raum nehmen die Themen rund um die aktuellen Entwicklungen auf den Rohstoffmärkten ein. Die neuen Trends zur Elektromobilität als Folge der Klimadiskussion und der Energiewende stellen neue Fragen zur Verfügbarkeit und Recyclingfähigkeit von Batterierohstoffen wie Lithium und Kobalt. Auch der zunehmende Trend zu Verbundmaterialien stellt die Recycler vor immer größere Herausforderungen.

Leider würden, so der EU-Vertreter aus Brüssel, in Europa noch immer viel zu viel deponiert. 2030 sollte europaweit nicht mehr als zehn Prozent aller Abfälle deponiert werden, so das europäische Abfallpaket. Ein sehr ehrgeiziges Ziel, das ohne immense Investitionen in Recycling und Verbrennung nicht realisierbar ist.

Martin Boeckh, Berlin



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