Dienstag, 22.08.2017
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Erneuerbaren-Anteil liegt 2016 bei rund 32 Prozent

Rekordeinspeisung bei Wind offshore / Druck auf Netzausbau steigt

Die Erneuerbaren Energien werden 2016 voraussichtlich 32 Prozent des Bruttostromverbrauchs in Deutschland decken. Zu diesem Ergebnis kommen das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) in einer ersten Schätzung. Demnach könnten über 191 Milliarden Kilowattstunden (Mrd. kWh) Strom aus Sonne, Wind und anderen regenerativen Quellen bis zum Jahresende erzeugt werden. Das wäre ein leichter Anstieg gegenüber dem Vorjahr: 2015 lag der Anteil der Erneuerbaren Energien mit knapp über 187 Mrd. kWh bei 31,5 Prozent des Bruttostromverbrauchs. Laut Energiekonzept der Bundesregierung soll bis 2020 der Anteil der Erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch 35 Prozent betragen.
Deutliche Zuwächse ergeben sich vor allem aus der Stromerzeugung aus Windkraft offshore: Diese stieg um fast 57 Prozent auf etwa 13 Mrd. kWh (2015: 8,3 Mrd. kWh). Die Stromerzeugung aus Wind onshore ging trotz eines Zubaus von Windkraftanlagen hingegen um fast 6 Prozent auf voraussichtlich 67 Mrd. kWh zurück (2015: 70,9 Mrd. kWh). Grund waren die schlechten Windverhältnisse in diesem Jahr. Mit einem Anteil von fast 35 Prozent an der Stromerzeugung aus Erneuerbaren bleibt die Windenergie an Land weiterhin die stärkste Erneuerbaren-Quelle – gefolgt von der Photovoltaik (PV) mit 20 Prozent.
Die Entwicklung der Stromerzeugung aus weiteren Erneuerbaren-Quellen im Überblick: leichter Rückgang der PV um etwa 1 Prozent auf gut 38 Mrd. kWh (2015: 38,7 Mrd. kWh), Anstieg der Wasserkraft um rund 13 Prozent auf knapp 22 Mrd. kWh (2015: 19,0 Mrd. kWh), Anstieg von Biomasse und Abfall (biogener Anteil) um fast 3 Prozent auf ungefähr 52 Mrd. kWh (2015: 50,4 Mrd. kWh), Anstieg der Geothermie um rund 12 Prozent auf 0,2 Mrd. kWh (2015: 0,1 Mrd. kWh).
„Der kontinuierliche Anstieg des Erneuerbaren-Anteils am Stromverbrauch ist positiv und bringt uns dem Ziel eines CO2-armen Energiemixes immer näher. Allerdings brauchen wir weiterhin konventionelle Erzeugungskapazitäten, die den laufenden Umbau unserer Energieversorgung absichern. Gleichzeitig wächst der Druck auf den Netzausbau. Das Bundeswirtschaftsministerium hat im Monitoring-Bericht zur Energiewende gerade bestätigt, dass der Netzausbau den gesteckten und notwendigen Zielen deutlich hinterherhinkt. Um die immensen Kosten für die Stabilisierung der Netze zu senken, müssen Netzausbau und Erneuerbaren-Ausbau deutlich stärker miteinander verzahnt werden. Das wird auch die Verbraucher entlasten“, erklärt Stefan Kapferer, Vorsitzender der BDEW-Hauptgeschäftsführung.
Prof. Dr. Frithjof Staiß, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des ZSW, erklärt: „Die aktuellen Zahlen zeigen, dass sich die Energiewende im Bereich der nachhaltigen Stromerzeugung nach wie vor auf einem guten Weg befindet. In anderen Bereichen besteht jedoch dringender Handlungsbedarf. So ist der Verbrauch fossiler Energieträger insbesondere für den Verkehr weiterhin zu hoch – und damit einhergehend auch der Ausstoß von Treibhausgasen. Für das Erreichen der Klimaschutzziele und eine erfolgreiche Transformation des gesamten Energiesystems müssen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft deshalb mehr Entschlossenheit an den Tag legen.“
 
Quelle: EM / ZSW


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