Dienstag, 22.08.2017
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Industrie profitiert weiterhin von niedrigen Rohstoffpreisen

Neuer BGR-Bericht zur Rohstoffsituation veröffentlicht

Ist die Rohstoffversorgung für den Industriestandort Deutschland gesichert? Wie viel Rohstoffe produzieren wir im eigenen Land und was muss importiert werden? Welchen Anteil steuert das Recycling zur Deckung des heimischen Rohstoffbedarfs bei? Zur Beantwortung dieser und anderer wichtiger Fragen stellt der neue Rohstoffsituationsbericht der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) die nötigen Daten und Fakten zur Verfügung.
Im Jahr 2015 wurden in Deutschland rund 572 Millionen Tonnen mineralische Rohstoffe, insbesondere Steine und Erden (vor allem Sand, Kies, gebrochene Natursteine) sowie Kali- und Steinsalz und weitere Industrieminerale gefördert. „Diese heimischen Rohstoffe sind eine wichtige Grundlage für den Ausbau der erneuerbaren Energien, den Erhalt und Ausbau unserer Infrastruktur sowie für die Bauindustrie, chemische Industrie und die Papier-, Glas- und Gussindustrie. So werden beispielsweise heimische Quarzrohstoffe für den Bau von Windkraftanlagen benötigt – sowohl zur Herstellung der Fundamente als auch der Rotorblätter, die aus glasfaserverstärkten Kunststoffen mit einem Quarzanteil von etwa 70 Prozent bestehen“, erläutert Dr. Volker Steinbach, Leiter der Abteilung „Energierohstoffe, Mineralische Rohstoffe“ in der BGR.
 
Die Produktion heimischer Energierohstoffe belief sich auf insgesamt 187,2 Millionen Tonnen Braunkohle, Steinkohle und Erdöl sowie 9,7 Milliarden Kubikmeter Erdgas. Weiterhin wurden 4,2 Millionen Kubikmeter Torf gewonnen. Der Wert der heimischen Rohstoffproduktion lag bei insgesamt 13,4 Milliarden Euro und damit knapp unterhalb des Vorjahresniveaus (13,5 Milliarden Euro).
Deutschland bleibt weiterhin bei vielen Rohstoffen stark von Importen abhängig ist. So legten die Importe von mineralischen Rohstoffen und Energierohstoffen im Jahr 2015 mengenmäßig um gut 4 Prozent von 322,3 auf ein Allzeithoch von 335,3 Millionen Tonnen zu. Allerdings sank der Wert der importierten Rohstoffe von 123,1 auf 106,9 Milliarden Euro deutlich. Dies entspricht einem Minus von knapp 13 Prozent. „Die Rohstoffverarbeitende Industrie profitierte damit wie auch schon im Vorjahr stark von den derzeit niedrigen Rohstoffpreisen“, so Steinbach.
Der größte Teil der Importe waren Energierohstoffe, auf die gut 62 Prozent der Einfuhren entfielen. Metallrohstoffe machten 36 Prozent aus, der Rest entfiel auf die Nichtmetalle.
Neben der heimischen Rohstoffproduktion und den Rohstoffimporten spielt das Recycling bei der Versorgung mit Rohstoffen eine zunehmend wichtigere Rolle. In der deutschen Raffinade- und Rohstahlproduktion stammten mehr als 53 Prozent des Aluminiums, etwa 42 Prozent des Kupfers sowie rund 44 Prozent des Rohstahls aus sekundären Rohstoffen. Eine wichtige Quelle für diese Sekundärrohstoffe bilden vor allem die Zukäufe von Schrotten und Abfällen aus der Europäischen Union. Insbesondere durch das Recycling von Metallrohstoffen konnte die deutsche Importabhängigkeit deutlich reduziert werden.
Der seit 1980 jährlich erscheinende BGR-Bericht zur Rohstoffsituation ist eine Gesamtdarstellung der Situation der nichterneuerbaren Rohstoffe für Deutschland. Als geowissenschaftliches Kompetenzzentrum informiert die BGR die Bundesregierung und die deutsche Wirtschaft über aktuelle Entwicklungen zur Rohstoffproduktion im eigenen Land, den Außenhandel, die Preisentwicklung sowie den Verbrauch mit Blick auf die Versorgungssituation Deutschlands mit mineralischen Rohstoffen und Energierohstoffen. Zudem wird auch die Entwicklung auf den internationalen Rohstoffmärkten dargestellt und bewertet. Datengrundlage für die Studien sind die bei Veröffentlichung verfügbaren Zahlen und Fakten des jeweiligen Vorjahres.
 
Quelle: EM / BGR


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