Donnerstag, 22.06.2017
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Düngerecht muss Verschmutzung des Grundwassers einen Riegel vorschieben

BDEW: Deutschland braucht strengere Kontrollen / Ziel muss Agrarwende sein

„Der heute veröffentlichte Nitrat-Bericht zeigt erneut: Die industrielle Landwirtschaft überdüngt die Felder in einigen Regionen massiv und verschmutzt damit unser Grundwasser. Die Bundesregierung muss endlich das Düngerecht verschärfen und wirksame Kontrollen einführen. Ansonsten leistet sie quasi einer Gülle-Entsorgung über die Felder Vorschub. Wasser ist unsere wichtigste Lebensressource. Wir brauchen jetzt konsequente Entscheidungen für den Gewässerschutz. Auch künftige Generationen müssen auf sauberes Grundwasser zurückgreifen können“, fordert Martin Weyand, BDEW-Hauptgeschäftsführer Wasser/Abwasser.
Die Politik müsse nun endlich einen Verordnungs- und Gesetzestext vorlegen, der einen wirksamen Gewässerschutz ermöglicht. Dreh- und Angelpunkt sei dabei die Einhaltung des Grenzwertes von 50 Milligramm Nitrat pro Liter. Werde der Grenzwert nicht eingehalten, müsse ein Düngestopp erfolgen.
„Seit fast zwei Jahren wird die Umsetzung eines wirksamen Düngerechts in Deutschland verschleppt. Wir hoffen sehr, dass die Bundesregierung die Klage der Europäischen Kommission als Weckruf versteht und jetzt endlich aktiv wird“, so Weyand.
Das Trinkwasser in Deutschland ist nach wie vor von höchster Qualität. Je stärker das Grundwasser verschmutzt wird, umso aufwendiger und teurer wird jedoch die Aufbereitung in den Wasserwerken. Hierzu Weyand: „Das wird sich über kurz oder lang auch auf den Wasserpreis niederschlagen. Es kann aber nicht sein, dass am Ende der Verbraucher für die Sünden der industriellen Landwirtschaft geradesteht.“
Langfristig brauche Deutschland eine konsequente Agrarwende mit nachhaltiger Nutzung der Böden: Der ökologische Landbau macht heute nur etwa 8 Prozent aus und müsse daher stärker unterstützt werden. Hierfür sollten EU-Agrargelder in größerem Umfang als bisher in den ökologischen Landbau umgeleitet werden.
 
Quelle: EM / BDEW


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