Donnerstag, 29.06.2017
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Wohin damit? - HBCD-haltige Dämmplatten verunsichern die Branche

Die Änderung der deutschen Abfallverzeichnisverordnung zum 30. September 2016 hat bundesweit zu Diskussionen mit Industrie, Entsorgern und Handwerksbetrieben geführt. Durch die Änderung hat der Gesetzgeber alte, mit dem Flammschutzmittel HBCD belastete Dämmstoffplatten aus Polystyrol als gefährlichen Abfall klassifiziert. Viele Entsorger verweigern schlicht deren Annahme oder sprechen von Notstand. Zu unrecht.
Foto: M. Boeckh (11.11.2016) Es kam quasi über Nacht und mancher Entsorger oder Containerdienst ging in die Verweigerungshaltung. Bauherren, die ihre demontierten Styroporplatten los werden wollen, standen vor einem Entsorgungsproblem, das bis dahin keines war, denn meist fällt Styropor gar nicht einzeln an, sondern ist mit anderem Bauschutt vermischt oder mit Mörtelresten verunreinigt. Eine Entsorgung in der Müllverbrennungsanlage (MVA) war kein Problem. War. Nun hat sich einiges geändert, und in manchen Bundesländern sind die Entsorgungswege plötzlich nicht mehr eindeutig geregelt. Zwar bemühen sich einige Länder, per Erlass den drohenden Entsorgungsengpass abzuwenden, doch wirkt das auf viele überhastet, vorschnell und nicht frei von weiterem Konfliktstoff.
Noch auf der Sitzung der Bund/Länder- Arbeitsgemeinschaft Abfall (LAGA) am 21. September hieß es, man ändere nichts an der aktuellen Situation und der Einstufung als gefährlicher Abfall – trotz eines Brandbriefes, den der BDE am 06. September an alle Umwelt- und Wirtschaftsminister der Länder geschrieben hatte und in dem er vor dem drohenden Entsorgungsnotstand warnte. Der Aufschrei aus der Branche ließt nicht lange auf sich warten, als die erste MVA die Annahme von Styropor verweigerte. Nun sahen sich die Länder in Zugzwang und mussten reagieren...

Unternehmen, Behörden + Verbände: Industrieverband Hartschaum e.V., Verband der Bayerischen Entsorgungsunternehmen e.V. (VBS), Landesamt für Umwelt (LfU), vbw Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft
Autorenhinweis: Martin Boeckh
Foto: M. Boeckh


Autor: Martin Boeckh 
 
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