Samstag, 21.10.2017
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Editorial: Konsequenz der Ignoranz

Das Jahr 2012 geht unweigerlich zur Neige. Es hat
viel gebracht für die Branche. Einer der ganz großen
Höhepunkte war sicherlich die weltgrößte
Umweltmesse IFAT ENTSORGA, die künftig nur
noch IFAT heißen wird. Schade eigentlich. Nicht
nur, dass wir aus historischen Gründen dem Namen
ENTSORGA sehr verbunden sind, so zeigte der
Doppelname der Messe doch immer, wo die Branche
ihren Ursprung hat. Müllkutscher will heute
keiner mehr sein, doch was wären wir ohne sie?
Gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit und erst
recht zum Weihnachtsfest hin machen die Leute
an den Mülltonnen, hinter den Sortierbändern, auf
Recyclinghöfen und in Kläranlagen einen Super-
Job, von dem wir erst merken, wie super er ist,
wenn’s mal nicht so gut läuft, weil Eis- und Schnee
die Zufahrt behindern, die Tonnen vereist sind oder
krankheitsbedingter Personal-Notstand herrscht.
High-tech-Recyclingwirtschaft hin oder her, den
‚Jungs’ (und den wenigen ‚Mädels’) gebührt ein
dickes Dankeschön.
Foto: privat(20.11.12) Und da war noch unser bescheidenes 30-Jähriges, über das Verlag, Redaktion, Anzeigenabteilung, Produktion und Vertrieb mit Recht stolz sein können. Wir sehen die vielen Glückwünsche als Ermutigung, auf dem eingeschlagenen Weg weiter zu gehen, Bewährtes auszubauen, Neues auszuprobieren und immer wieder den Finger in so manche Wunde zu legen. Vielleicht schaffen wir ja weitere 30 Jahre. Der Verlag ist dazu in der Branche recht gut aufgestellt. Vor dem nächsten Jahr, wenn auch ohne ganz große Umweltmesse, muss uns als Branche nicht bange sein, wenn es gelingt, auch weiterhin für notwendige Maßnahmen der Strukturerhaltung Mittel bereit zu stellen, womit wir bei den weniger erfreulichen Themen dieser Tage sind.
Was die USA (und die karibischen Nachbarstaaten) in Folge des jüngsten Hurrikans Sandy erleben müssen, ist bitter. Nicht, weil erneut die Folgen des Klimawandels zitiert werden. Stürme gab es schon immer – auch schon wesentlich stärkere.
Was Sandy offenbarte, ist die Konsequenz der Ignoranz. Es ist wohl ein Stück amerikanischer Mentalität, Investitionen in die Infrastruktur für entbehrlichen Luxus zu halten – ob Eisenbahnschienen, Abwasserkanäle, Straßenbau, Kraftwerkstechnik oder nicht zuletzt das völlig marode Stromverteilungsnetz der USA. Selbst in modernsten Großstädten erinnern die Holzmasten mit ihren abenteuerlichen Verdrahtungen an die Wildwest-Romantik von Dodge City. Sie sind anfällig gegen jeden Windstoß und werden durch die viel zu dicht wachsenden Bäume leicht zu Boden gerissen.
Schon ein Hurrikan und Millionen von Amerikanern an der Ostküste droht der Absturz in die vorindustrielle, stromlose Zeit. Die unterirdische Infrastruktur sieht im übrigen kaum besser aus.
Doch sie ist – von den maroden U-Bahnschächten mit ihren tropfenden Leitungen abgesehen – den meisten Amerikanern verborgen. Und kein US-Präsident hat sich je daran getraut, hier nachhaltig für Abhilfe, sprich für Erneuerungen zu sorgen. Es möge uns Deutsche eine Warnung sein. Auch unser Kanalnetz bedarf der regelmäßigen Inspektion und Sanierung, und dass der Netzausbau bzw. die Netzerneuerung ein absolutes Muss ist, hat, meine ich, fast jeder in Deutschland verstanden.
In diesem Sinne wünschen Verlag und Redaktion Ihnen, liebe Leserinnen und Lesern des ENTSORGA-Magazins eine nicht zu hektische Vorweihnachtszeit, ein gesegnetes Fest und einen guten Start ins Jahr 2013 und für das ganze Jahr viel Erfolg – und bleiben Sie gesund!
Autor: Martin Boeckh
Foto: privat


Autor: Martin Boeckh 
 
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