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Ein Kick für die Umwelt - Abschlussbilanz der Fußball-WM in Deutschland

Die Fußballweltmeisterschaft schickte im vergangenen Sommer erstmals den Umweltschutz mit aufs Spielfeld. Das Umweltkonzept Green Goal war insbesondere im Abfallbereich und Klimaschutz erfolgreich.
26.11.2006 Green Goal, so der Titel des ersten Umweltkonzepts für eine WM, sollte dafür sorgen, dass die Stadien ihren Energie- und Wasserverbrauch um 20 Prozent senken, die Energieeffizienz steigern und regenerative Energien nutzen und außerdem die Müllmengen um 20 Prozent mindern. Zudem sollte die WM in Deutschland die erste "klimaneutrale" Sportgroßveranstaltung werden. Knapp fünf Monate später zogen Öko-Institut und Organisationskomitee (OK). Kernbotschaft des 120 Seiten starken "Legacy Report": Vieles hat besser geklappt als erwartet, einiges nicht. Alles in allem gelang es, die internationale Fußballwelt und den Umweltschutz einander näher zu bringen.

Viel Lob zollt das Öko-Institut dem Abfallkonzept. Für Fußballspiele und eine derartige Großveranstaltung waren die Stadien nach den Spielen sauber, es gab wenig achtlos weggeworfenen Müll. "Mehrwegbecher, verpackungsarme Speisen, die reduzierte Anzahl an Flyern sowie die Kontrollen an den Eingängen zeigten also Wirkung", resümiert der Report. Besonders das Herzstück des Abfallkonzepts - der Mehrwegbecher für alle Getränke im Zuschauerbereich - habe sich bewährt. Durch ihn wurden rund 51 Tonnen Kunststoffabfall in den Stadien vermieden, allerdings auch dank der rund 1 bis 1,5 Mio. Fans, die ihren Pfandbecher nicht zurückbrachten, sondern als Souvenir mit nach Hause nahmen. "Befürchtungen, dass ein Mehrwegsystem zu einem geringeren Getränkeumsatz führt, ausländische Gäste mit dem Pfandsystem nicht zurecht kommen oder lange Wartezeiten bei der Rückgabe entstehen, konnten widerlegt werden", schreibt das Öko-Institut. Während des vierwöchigen Turniers entstanden laut Bericht insgesamt 1.494 Tonnen Abfall - mehr als die Hälfte davon im so genannten Hospitality-Bereich, in dem nur vergleichsweise wenige VIP und Ehrengäste bewirtet wurden. Insgesamt haben Mehrwegsysteme und andere Maßnahmen zur Abfallvermeidung die gesamte Abfallmenge um ca. 305 Tonnen bzw. 17 Prozent gemindert, so das Resümee.

Auch beim Klimaschutz meldet der Report Vollzug. "92.000 Tonnen nicht vermeidbare Treibhausgasemissionen, die in Deutschland durch die WM entstanden sind, werden durch drei Klimaschutzprojekte in Indien und Südafrika sogar überkompensiert." Klimaneutral wird damit die WM allerdings nur im engeren Rahmen. Nur die Treibhausgasemissionen innerhalb Deutschlands und im Zuständigkeitsbereich des OK können die Klimaschutzprojekte ausgleichen - und das auch erst innerhalb der kommenden zehn Jahre, wenn vor Ort alles läuft wie geplant.

Gescheitert dagegen ist Green Goal im Bereich Energie. Wärmerückgewinnungsanlagen, Brennwertkessel, effiziente Flutlichtanlagen oder Photovoltaikmodule bedeuten hohe Anfangskosten und amortisieren sich erst über die Zeit. Zu solchen Investitionen zeigten sich nur wenige Stadienbetreiber bereit. Insgesamt, so das Öko-Institut, kamen die WM-Stadien nicht auf 20, sondern nur auf 13 Prozent weniger Energieverbrauch als der Bundesligabetrieb, im Wesentlichen dank der Nutzung von Fernwärme.

Resümee: Es war ein anstrengender, aber erfolgreicher Anstoß, um den Umweltgedanken im internationalen Fußball zu verankern. In Zukunft, hofft man, werden sich Veranstalter von Welt- oder Europameisterschaften an Green Goal ein Beispiel nehmen.

Unternehmen, Behörden + Verbände: Öko-Institut
Autorenhinweis: Christa Friedl


Autor: Christa Friedl 
 
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