Dienstag, 27.06.2017
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Produktionsausfälle verhindern - Entsorgungslogistik gefährlicher Güter

Die Entsorgung gefährlicher Güter stellt an Logistik-Dienstleister besondere Anforderungen: Neben Fach- und Prozess-Know-how muss der Dienstleister über Spezial-Equipment, Erfahrung im Gefahrgut-Handling und Kenntnisse der relevanten Richtlinien und Gesetze verfügen. Hinzu kommt ein Netzwerk verlässlicher Partner.
29.11.2006 Als Spezialist für Gefahrgutlogistik und für die Abwicklung standortnaher Logistikservices in der Chemie- und chemienahen Industrie gehören die Entsorgungslogistik und das Management von Spezial-Equipment für Chemion Logistik zum Tagesgeschäft. Jährlich führt das Unternehmen rund 80.000 Entsorgungstransporte mit einem Gesamtvolumen von 300.000 Tonnen für Baustellen- oder Produktionsabfälle, bzw. hausmüllähnliche Gewerbeabfälle durch, von denen ein großer Teil unter die Kategorie "Gefahrgüter" fällt. Häufig arbeitet der Logistik-Spezialist dabei eng mit den Umweltdiensten der Bayer Industry Services (BIS) zusammen und nutzt deren Entsorgungsanlagen an den Standorten Leverkusen, Dormagen und Krefeld-Uerdingen. Diese Zusammenarbeit liegt im Interesse der Kunden: Sie erhalten alle Leistungen aus einer Hand, haben einen zentralen Ansprechpartner für das Thema Entsorgung und reduzieren ihren Aufwand für Administration und Organisation aufgrund der gemeinsamen Angebots- und Rechnungsstellung. Zudem ist BIS mit den Unternehmen in den Bayer Chemieparks über ein Auftragstool verbunden. Der Kunde kann seinen Entsorgungsbedarf über das Tool schnell und ohne großen Aufwand anmelden, alle weiteren Abstimmungen übernehmen die beiden Dienstleister. Da Logistik und Entsorgung gut aufeinander eingespielt sind, können die Unternehmen sicher sein, dass von der Behälterbestellung über den Transport, den Umschlag und die Lagerung bis hin zur eigentlichen Entsorgung und Reinigung der Behälter der Gesamtprozess reibungslos läuft.

Viele der Güter, für die Chemion im Auftrag seiner Kunden die Entsorgungslogistik übernimmt, sind brennbar, giftig oder ätzend. Für all diese Substanzen gelten die Gefahrstoff-, bzw. die Gefahrgutverordnung. Dreh- und Angelpunktpunkt beim Equipment-Management ist es, für das jeweilige Entsorgungsgut aus verschiedenen Arten von Containern den geeigneten auszuwählen. Welcher Behälter der richtige für ein Gut ist, hängt von der Beschaffenheit der Substanz ab, vom Transportweg, der Entsorgungsart, der Menge und nicht zuletzt auch vom Entsorgungsort: Ist der Stoff flüssig, muss er im Container auf einer bestimmten Temperatur gehalten werden und welche Materialverträglichkeiten der Abfälle gilt es zu berücksichtigen? Wird die Substanz zwischengelagert, wird sie in einer Entsorgungsanlage verbrannt oder auf einer Deponie außerhalb des Standorts entsorgt? Nicht zuletzt müssen auch die Anschlüsse des Behälters an die Produktions- bzw. die Entsorgungsanlage passen.

Daher muss der Dienstleister über einen umfassenden Bestand an aktiven Betriebsmitteln verfügen, wie Absetztanks, Mulden oder Container für flüssige und feste Abfälle.

Da Entsorgungsgut, Transportart und -weg sowie die Art der Entsorgung variieren und viele verschiedene Kombinationen je nach Kundenwunsch oder Sicherheitsanforderungen möglich sind, muss auch der Logistikprozess jedes Mal individuell aufgesetzt werden. So ist es Aufgabe des Logistik-Spezialisten, genau abzuwägen, wie sich ein Entsorgungsprojekt logistisch am besten bewerkstelligen lässt.

Ob bei einem Entsorgungsprozess der Transport des Abfalls über die Straße oder die Schiene erforderlich ist oder im kombinierten Verkehr erfolgen muss, hängt wiederum von den Parametern Beschaffenheit des Entsorgungsgutes, Entsorgungsart und -ort ab. So kann es beispielsweise sein, dass Abfallmulden von Waggons auf Lkw umgeschlagen werden müssen, da der Bestimmungsort der Entsorgungsgüter - eine Deponie - nur über die Straße zu erreichen ist. Neben dem Transport ist auch das Thema "Lagerung" bei der Entsorgungslogistik von Bedeutung. Für viele Produktionsunternehmen haben reibungslose Entsorgungsprozesse im Rahmen ihrer Produktion einen hohen Stellenwert. Hier fallen regelmäßig Flüssigkeitsrückstände an, die häufig in mobilen Tankcontainern aufgefangen werden. Diese sind unmittelbar an die Produktionsanlagen angeschlossen und stellen ein Nadelöhr dar. Für den Kunden ist es essentiell, dass die Behälter kontinuierlich geleert und die Rückstände professionell und vorschriftenkonform entsorgt werden. Zudem muss stets die Verfügbarkeit der notwendigen Behälterart gewährleistet sein. Kommt es hier zu Engpässen und stehen nicht ausreichend Tankcontainer mit entsprechenden Kapazitäten zur Verfügung, drohen Produktionsausfälle, die es unter allen Umständen zu vermeiden gilt. Da es sein kann, dass Betriebe nach der Entsorgung von Abfällen ihre leeren Container nicht unmittelbar benötigen, weil sie z.B. die Produktion eines Stoffes für einige Zeit aussetzen, ist es ein großer Vorteil, wenn der Logistik-Dienstleister die Zwischenlagerung von Containern vornehmen kann. Dazu muss er über entsprechende Lagereinrichtungen und -kapazitäten verfügen. Ist dies der Fall, dann kann er flexibel auf die Anforderungen seiner Kunden reagieren und erfüllt damit eine wesentliche Voraussetzung für einen reibungslosen Entsorgungsprozess.
 
Zusatzinformation:
Aus einer Hand
Die Chemion Logistik GmbH wurde 2001 als eigenständige Gesellschaft der Bayer AG gegründet und ist heute der Bayer Industry Services GmbH & Co. OHG zugeordnet. Von den Standorten Leverkusen, Dormagen und Krefeld-Uerdingen aus bietet Chemion auf die Chemie- und chemienahe Industrie zugeschnittene Logistik-Dienstleistungen aus einer Hand an. Mit rund 1.100 Mitarbeitern deckt Chemion das komplette Logistikspektrum von der Lagerung, über den Transport bis zur Entsorgung ab, führt Schulungen durch und stellt Spezial-Equipment sowie hoch qualifiziertes Personal bereit.

Unternehmen, Behörden + Verbände: Chemion Logistik, Bayer Industry Services (BIS)
Autorenhinweis: Christiane Karsch


Autor: Christiane Karsch 
 
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