Sonntag, 20.05.2018
Logo Entsorga Magazin


weitere Fachartikel unter ASK-EU



Plastikfasten? Nein danke!

Die Verbände PlasticsEurope Deutschland und Gesamtverband Kunststoffverarbeitende Industrie (GKV) halten die Kampagne des Bundesverbands Umwelt und naturschutz Deutschland BUND zum 'Plastikfasten' , für "enorm irreführend und falsch"

In diesen Tagen liest man immer wieder von „Plastikfasten“. So ruft etwa der BUND Verbrau­cherinnen und Verbraucher auf, so weit wie möglich auf Plastik zu verzichten. Das halten wir, die Verbände PlasticsEurope Deutschland und Gesamtverband Kunststoffverarbeitende Industrie (GKV), für enorm irreführend und falsch, denn es nützt weder der Umwelt noch der Natur - im Gegenteil. Aktuell kommt etwa ein Viertel der verarbeiteten Kunststoffe in langlebigen Anwendungen im Baubereich zum Einsatz: als Fenster, als Rohrleitung, als Wärmedämmung, Bodenbelag und vieles mehr. Diese Produkte haben eine äußerst lange Lebensdauer und helfen während des Gebrauchs, wertvolle Ressourcen zu sparen. Eine Wärmedämmung etwa spart schon im ersten Jahr ihrer Nutzung die Energiemenge ein, die zu ihrer Produktion nötig war. Schon ab dem 2. Jahr spart sie netto Ressourcen ein. Darüber hinaus kommen viele in Deutschland hergestellte Kunststoffteile in den stark exportorientierten Industriezweigen Automobil, Luftfahrt und Maschinenbau zum Einsatz. Der BUND erklärt stattdessen, in Deutschland würden jährlich rund zwölf Millionen Tonnen Plastik verbraucht. Damit liege unser Land europaweit an der Spitze derjenigen, die am meisten Plastikmüll produzierten. Diese Gleich­setzung von Kunststoffeinsatz und „Plastikmüll“ ist jedoch falsch und irre­führend. Weiter erklärt der BUND, von rund zwölf Millionen Tonnen Plastik landeten sechs Millionen Tonnen pro Jahr im Müll. Dies stelle eine enorme Verschwendung von Ressourcen und eine schwere Umweltbelastung dar.

Richtig ist, dass 33 Prozent der Post-Consumer Kunststoff­abfälle in Deutschland recycelt werden. „Das meiste wird mit dem Restmüll verbrannt", heißt es beim BUND weiter. Allerdings: 66 Prozent der in Deutschland gesammelten Kunststoffabfälle werden energetisch verwertet. Das heißt, sie werden nicht sinnlos verfeuert, sondern die in den gebrauchten Produkten enthaltene Energie wird zurückgewonnen – ein erheblicher Unterschied. Konsumentinnen und Konsumenten sollten, wenn es nach dem BUND geht, wenn möglich zu Produkten ohne Verpackungen, in Mehrwegverpackungen aus Glas oder zu Verpackungen aus Papier und Karton zu greifen. Das jedoch wäre ein schwerer, umweltschädlicher Fehler. Studien belegen: Würden Verpackungen aus Kunststoff durch solche aus anderen Materialien ersetzt, wäre der Energieverbrauch in Europa 2,2 mal höher und es würden 2,7 mal so viel Treibhausgase ausgestoßen. Das kann niemand wollen. Und noch immer verderben zu viele Lebensmittel, auch weil sie unzureichend geschützt sind. Nach Schätzungen gehen in den Industrie­ländern bis zu 30 Prozent der Lebensmittel verloren. Mit Verpackungen aus Kunststoff kann die Haltbarkeit von Lebensmitteln deutlich besser gewährleistet werden als durch die meisten Materialalternativen. Für Kunststoffverpackungen werden Umwelt und natürliche Ressourcen weniger in Anspruch genommen verglichen mit dem für die Lebensmittel­produktion erforderlichen Ressourceneinsatz. Bei der Herstellung und Verpackung typischer Lebensmittel wie beispielsweise Brot oder Fleisch gehen lediglich zwei bis drei Prozent der während des Lebenszyklus eingesetzten Energie und weniger als zwei Prozent der ausge­stoßenen CO2- Emissionen auf das Konto handelsüblicher Kunststoffverpackungen. Mit einem dogmatischen Verzicht auf Kunststoffverpackungen werden Umweltschutz- bzw. Nachhaltigkeitsziele nicht unterstützt.

Während der Gebrauchsphase bieten Produkte aus Kunststoff enorme Vorteile. Sie tragen dazu bei, dass Energie gespart und weniger schädliche Treibhausgase ausgestoßen werden. Nach ihrem Gebrauch können sie rohstofflich, werkstofflich und energetisch verwertet werden. Verbraucherinnen und Verbraucher sollten sich also nicht verunsichern lassen.


Quelle: EM / PlasticsEurope Deutschland e.V.




 || zurück...

Ein Angebot der
zur dfv Mediengruppe