Montag, 21.05.2018
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Deutsche Umwelthilfe widerspricht Hendricks

Statt 70 sind mehr als 300 Gemeinden mit dem Dieselabgasgift NO2 belastet

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) startete am 1. Februar 2018 mit insgesamt 580 Messstationen die bundesweit größte Messaktion für das Dieselabgasgift Stickstoffdioxid (NO2) unter dem Motto: „Decke auf, wo Atmen krank macht“. Die Umwelt- und Verbraucherschutzorganisation möchte mit der Messaktion, zu der sie über 1.700 Vorschläge für bisher nicht beachtete Hot Spots der Luftverschmutzung erhalten hat, darauf aufmerksam machen, dass die für die Luftreinhaltung zuständigen Behörden in 99 Prozent der bundesdeutschen 11.092 Städte und Gemeinden schlichtweg nicht messen. In nur 146 von 11.092 Städten und Gemeinden unterhalten die Behörden offizielle Messstationen für Stickstoffdioxid.  Von den 535 offiziellen Messstellen des Umweltbundesamtes sind nur 247 verkehrsnah – und diese verteilen sich auf lediglich 146 Städte. In nur etwas mehr als einem Prozent der 11.092 Städte und Gemeinden gibt es somit verkehrsnahe Messstationen zur korrekten Ermittlung der NO2-Belastung.
„Bundesumweltministerin Hendricks liegt falsch, wenn sie davon sprach, dass nur 70 Städte in Deutschland ein Problem mit dem Dieselabgasgift NO2 haben. Wir messen seit heute für einen Monat an 580 Orten nach, vor allem dort, wo der Staat trotz hoher Luftbelastung aktiv wegschaut. Wir gehen davon aus, dass mehr als 300 Städte und Gemeinden eine zu hohe Belastung mit NO2 aufweisen“, sagt Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH. Richtwert ist der EU Jahresmittelgrenzwert für NO2 von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter.
Jedes Jahr sind alleine in Deutschland über 12.860 vorzeitige Todesfälle auf die Belastung der Luft mit dem Dieselabgasgift NO2 zurückzuführen. Das sind viermal mehr, als durch Verkehrsunfälle ums Leben kommen.
„Die heute vom Umweltbundesamt veröffentlichten vorläufigen Messdaten zur Stickstoffdioxidbelastung in 2017 zeigen nur einen geringen Rückgang der NO2-Belastung. Jede zweite verkehrsnahe Messstelle zeigt eine Überschreitung des aktuell geltenden Jahresmittelgrenzwerts. Im vergangenen Jahr half zudem der Wettergott: Es gab nur wenige Tage mit austauscharmen Inversionswetterlagen. Unter diesen begünstigenden Rahmenbedingungen ist eine durchschnittliche Verbesserung der Belastungswerte von nur zwei Mikrogramm enttäuschend", so Resch weiter. „Die UBA-Analyse der NO2-Belastung in 2017 belegt: Diesel-Fahrverbote sind in den hoch belasteten Städten unvermeidbar", so das Fazit des Bundesgeschäftsführers.

Quelle: EM / DUH



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