Montag, 21.05.2018
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Schwedische Regierung verbietet Mikroplastik in Kosmetikprodukten

Verkaufsstopp greift ab 1. Juli 2018 / Marine Littering ruft nach wirksamen Maßnahmen

Die schwedische Regierung hat Anfang Februar ein Verbot für Mikroplastik in kosmetischen Produkten beschlossen, meldet der Nachrichtendienst Euwid. Ab dem 1. Juli 2018 dürfen demnach in Schweden keine Kosmetikprodukte mehr in den Handel gebracht werden, „die Kunststoffpartikel für reinigende, scheuernde und polierende Zwecke enthalten“, wird die Regierung in Stockholm zitiert. Vom Verbot betroffen seien Shampoo und Haarspülung, Zahncremes sowie Gesichts- und Körperpeelings und auch Duschgel.
Mit dem Verbot will die schwedische Regierung den rasant steigenden Gehalt an Mikroplastik in Gewässern angehen. ‚Marine Littering’ gilt als eines der größten Umweltprobleme global. Meeresforscher haben errechnet, dass es ohne wirksame Gegenmaßnahmen im Jahr 2050 mehr Plastik als Fisch im Meer geben wird. Mikroplastik wurde bereits in Muscheln, Langusten, Kabeljau, Schellfisch und Garnelen entdeckt.
In abwaschbaren Kosmetika sei die Zugabe von Mikroplastik völlig überflüssig, meinte nach Euwid die schwedische Umweltministerin Carolina Skog. Das Verbot sei ein notwendiger Schritt, um Mikroplastik in unseren Gewässern zu verringern. Produkte, die ausschließlich aus natürlichen Polymeren bestehen, die nicht synthetisch hergestellt und nicht chemisch modifiziert wurden, seien vom Verbot ausgenommen, hieß es weiter. Als Beispiele für Inhaltsstoffe, die schleifende Eigenschaften hätten und umweltschonender seien, nannte die Regierung Reiskörner und Kokosnussschalen.
Entsprechende Kosmetikprodukte, die bereits auf Lager liegen, dürfen noch bis zum 1. Januar 2019 verkauft werden. Für die Umsetzung des Verbots seien auf Hersteller- und Importseite die schwedische Chemikalienagentur und auf der Händlerseite die Kommunen zuständig.
 
Quelle: EM / Euwid


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