Montag, 21.05.2018
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Immer mehr Ackerflächen in Nordbaden mit PFC belastet

Kompost mit beigemischten Papierschlämmen gelten als Ursache

Im Jahr 2015 wurde bekannt, dass im Mannheimer Norden Ackerflächen mit per- und polyfluorierten Chemikalien (PFC) belastet sind. PFC sind künstlich hergestellte Stoffe, die wegen ihrer wasser-, schmutz- und fettabweisenden Eigenschaften als Imprägniermittel für Outdoorbekleidung verwendet werden, sowie beispielsweise auch für schmutzabweisende Polstermöbel oder antihaftbeschichtetes Kochgeschirr.
Seit Kenntnis über die PFC-Belastung hat der Fachbereich Grünflächen und Umwelt der Stadtverwaltung Mannheim für rund 317 Hektar Fläche Bodenproben in Auftrag gegeben. Auch 56 Beregnungsbrunnen in dem betroffenen Gebiet und das Grundwasser wurden beprobt.
Von den 317 Hektar untersuchten Flächen sind rund 244 Hektar als belastet einzustufen. Spuren von PFC lassen sich auf nahezu allen Flächen nachweisen.
Von den 56 Beregnungsbrunnen sind 16 als belastet (Quotientensumme größer 1) einzustufen. In zwei Brunnen konnten keine PFC-Spuren nachgewiesen werden. In den übrigen 38 Brunnen wurde PFC nachgewiesen (Quotientensumme kleiner 1). Aufgrund der Ergebnisse hat die Landwirtschaftsverwaltung mit den Landwirten verbindliche Regelungen für die Bewässerung mit belastetem Brunnenwasser vereinbart. Die Bodenproben und deren Bewertung erfolgten durch das Ingenieurbüro Arcadis aus Karlsruhe im Auftrag der Stadt Mannheim. Alle Untersuchungsergebnisse stehen bei der Stadt Mannheim zum Download bereit.
Die aktuellen Untersuchungen zeigen eine wesentlich größere Flächenbelastung als nach den bisherigen Befunden zu vermuten war. Der Verdacht, dass nur Flächen betroffen sind, die zwischen 2006 und 2008 mit entsprechendem Kompost behandelt wurden, hat sich nicht bestätigt. Die Belastung erstreckt sich auch auf Flächen, auf denen nach 2008 Kompost ausgebracht wurde, der vermutlich mit Papierschlämmen vermischt war. Somit sind nun erweiterte Untersuchungen erforderlich.
Der Fachbereich Grünflächen und Umwelt ist als Untere Bodenschutzbehörde der Stadt Mannheim unmittelbar für die belasteten Flächen zuständig. Er steht in engem Kontakt mit dem Umweltministerium und dem Regierungspräsidium und nimmt an den regelmäßigen Arbeitsgruppensitzungen zur PFC-Schadstoffsituation teil. Die Staatsanwaltschaft Mannheim wird ebenfalls regelmäßig über den Sachstand informiert und ermittelt weiterhin gegen Unbekannt.
 
Quelle: EM / Stadt Mannheim


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