Mittwoch, 20.09.2017
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Nitratbelastung in Deutschland

Alle Wasserversorger Deutschlands können nun Daten zur aktuellen Nitratbelastung in die Grundwasserdatenbank des TZW einspeisen

Ein Drittel des Grundwassers in Deutschland ist als Folge landwirtschaftlicher Aktivitäten mit Nitrat verunreinigt, meldete kürzlich das Bundesumweltministerium. Die Betroffenheit ist groß und der Handlungsdruck enorm, denn Wasser ist eine unserer wichtigsten Ressourcen und deren Reinhaltung oberstes Gebot. Doch um Gegenmaßnahmen gezielt planen und umsetzen zu können, braucht man zuallererst genaue Daten darüber, wo genau wie viel Nitrat im Grundwasser ist. Diese Daten liegen aber bundesweit nicht in gebündelter Form vor. Die Wasserverbände BDEW (Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e. V.), DVGW (Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches e.V.) und VKU (Verband Kommunaler Unternehmen e. V.) wollen mit der neu geschaffenen Grundwasserdatenbank Nitrat (GWDB-Nitrat) diese Lücke schließen.

Bereits im Sommer 2016 wurde der Entschluss gefasst, einen bundesweiten zentralen Datenbestand zur Nitratbelastung in den deutschen Rohwasserressourcen aufzubauen und ihn in einem System vorzuhalten, mit dem regionale und überregionale Auswertungen durchgeführt werden können. Aufbauend auf die bereits vorhandene Rohwasserdatenbank Wasserversorgung (RWDB), die bundesweit Rückstände von Pflanzenschutzmitteln im Wasser dokumentiert, sollte eine kompatible und benutzerfreundliche Lösung für die Nitratdaten der Wasserversorger Deutschlands aufgebaut werden.Bei der Suche nach der geeigneten Software für die automatisierte Datenerfassung in Verbindung mit flexiblen Auswertungsmöglichkeiten stieß das Technologiezentrum Wasser (TZW) in Karlsruhe, eine Einrichtung des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches e. V. (DVGW), das von den Wasserverbänden mit dem Projekt beauftragt wurde, auch auf die GIS- und Reportingplattform Cadenza der Disy Informationssysteme GmbH. Die Entscheidung für das Disy-Produkt sei nicht schwer gefallen, denn Cadenza habe die Anforderungen am besten erfüllt, heißt es aus dem TZW. Außerdem habe Disy einschlägige Erfahrungen mit vergleichbaren Anwendungsfällen und eine sehr ausgereifte Fachkompetenz im Bereich „Wasser“. Ohne diese Kompetenzen von Disy wäre die Entwicklung der Grundwasserdatenbank Nitrat (GWDB-Nitrat) sowie die dazu erforderliche intensive Kommunikation weitaus schwieriger geworden, so das TZW.
Realisiert wurde die GWDB-Nitrat mit Cadenza Web, was den Vorteil hat, dass die Nutzer ohne zusätzliche Installation auf ihren eigenen Rechnern auf die Anwendung zugreifen können – bei 2.300 Wasserversorgern, die potenzielle Nutzer der Lösung sind, ist das sehr wichtig. Die größte Herausforderung war, dass die einzelnen Wasserversorger bzw. die für sie arbeitenden Labore unterschiedliche Standards für die Übertragung der Analysedaten nutzen. Dies bedeutete unter anderem, dass die unterschiedlichen Schnittstellenformate im Hinblick auf Dateninhalte harmonisiert sowie Parameterbezeichnungen und Messwertdimensionen vereinheitlicht werden mussten. Die neue Datenbank berücksichtigt vier der gängigsten Standards (LABDÜS, TEIS, TWISTweb und SEBAM) und einen neu geschaffenen Standard auf Excel-Basis. So kann jeder Wasserversorger oder sein beauftragtes Labor auf die GWDB-Nitrat zugreifen und Probenahmestellen und Analysedaten einspeisen. Über die Benutzerverwaltung wird gesteuert, dass die Labore nur ihre eigenen Analysedaten sehen können, während die Wasserversorger Zugriff auf alle Daten ihres Einzugsgebiets haben. Neben Nitrat werden auch andere Parameter des Stickstoffkreislaufs erfasst, wie etwa Sulfat und Sauerstoff. Darüber hinaus werden die Daten beim Upload direkt einer automatischen Plausibilitätsprüfung unterzogen. Ebenfalls eine Herausforderung war die Anpassung des neuen Systems an die Strukturen der vorhandenen Datenbank.
Beides sei von Disy hervorragend gelöst worden, so das TZW. Die Datenbank funktioniere so, wie man es sich vorgestellt habe – es gäbe viele positive Rückmeldungen. Und auch beim Rollenwechsel des TZW vom Empfänger von Daten zum Betreiber einer IT-Dienstleistung habe Disy konstruktiv unterstützt. Nun wachse das System stetig und sei eine sinnvolle Ergänzung zu den bestehenden Messnetzen. Mit diesem zentralen Datenbestand leisten die Wasserversorger gemeinsam mit den Wasserverbänden, dem TZW und Disy einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der europäischen Nitratrichtlinie und der Wasserrahmenrichtlinie für eine bessere Rohwasserqualität in Deutschland.

Quelle: EM / disy
www.disy.net



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