Freitag, 15.12.2017
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Regelzulassung für Riesen-Lkw muss in die Werkstatt

Allianz pro Schiene: Gigaliner-Verordnung vernachlässigt Eisenbahntauglichkeit von überlangen Lkw

Das Bundesverkehrsministerium muss seine mit heißer Nadel gestrickte Regelzulassung für Riesen-Lkw noch einmal umarbeiten. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen hervor, die der Allianz pro Schiene vorliegt. „Weil Verkehrsminister Alexander Dobrindt in den letzten Dezembertagen gegen alle Widerstände – aus dem Bundesumweltministerium und dem Bundesrechnungshof – dem Riesen-Lkw freie Fahrt auf Deutschlands Straßen verschaffen wollte, ist die Verordnung für die Regelzulassung schludrig geraten“, sagte der Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, Dirk Flege, am Montag in Berlin. „Die absolute Mindestanforderung, dass jeder Riesen-Lkw in allen seinen Ladeeinheiten im Kombinierten Verkehr (KV) mit der Güterbahn kompatibel sein muss, ist bisher nicht gewährleistet. Das muss schnellstens nachgebessert werden“, kritisierte Flege. Zugleich hielt die Allianz pro Schiene an ihrer Ankündigung fest, juristische Schritte gegen die Regelzulassung zu prüfen.
In der Antwort auf die Anfrage spricht die Bundesregierung ein wenig verklausuliert von „festgestellten Auslegungsspielräumen bei der Anwendung der Vorschriften“, die jetzt „behoben“ werden sollten. So räumt der Bund ein, dass der verlängerte Sattelauflieger – in der Verordnung ist dies der Riesen-Lkw vom Typ 1 – für die Teilnahme am Kombinierten Verkehr besondere technische Anforderungen stellt: Erforderlich für die Eisenbahntauglichkeit dieser Sattelauflieger sei ein klappbarer Unterfahrschutz, heißt es in der Antwort des Bundes. Die Allianz pro Schiene forderte das Bundesverkehrsministerium auf, diesmal sorgfältig zu arbeiten und alle notwendigen Präzisierungen in die Neufassung der Gigaliner-Verordnung aufzunehmen. „Wenn die KV-Tauglichkeit der Riesen-Lkw mehr sein soll als ein Feigenblatt, dann brauchen wir klare Vorschriften ohne Schlupflöcher“, sagte Flege.

Damit überlange Lkw doch noch eisenbahntauglich werden, müssen folgende Bedingungen erfüllt sein:
* Sämtliche Ladeeinheiten müssen kranbar sein.
* Verlängerte Sattelanhänger (Typ 1) dürfen eine Innenraumhöhe von 2,70 m nicht überschreiten, damit sie in die gängigen Eisenbahn-Taschenwagen passen.
* Außerdem müssen sie zusätzlich zu den Greifkanten für den Kran auch noch mit einem klappbaren Unterfahrschutz ausgerüstet sein.
Die Allianz pro Schiene verwies darauf, dass herkömmliche zugelassene Sattelanhänger in Normallänge europaweit problemlos in Kombination mit der Güterbahn einsetzbar sind. „Der deutsche Sonderweg zur Verlängerung der Sattelauflieger auf Teufel komm‘ raus stellt jahrelange Bemühungen zur Standardisierung des Güterverkehrs in Europa auf den Kopf“, bemängelte der Allianz pro Schiene-Geschäftsführer.
 
Quelle: EM / Allianz pro Schiene


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