Dienstag, 12.12.2017
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Plädoyer für die Leistungsfähigkeit der Entsorgungswirtschaft

Berliner Abfallwirtschafts- und Energiekonferenz 2017 eröffnet

Als Elisabeth Thomé-Kozmiensky die diesjährige Berliner Abfallwirtschafts- und Energiekonferenz eröffnete, musste sie dabei den Verlust des Begründers der Veranstaltung, ihren Vater Dr.-Ing. Dr. h.c. Karl J. Thomé-Kozmiensky vermelden, der unlängst nach längerer Krankheit verstorben war. Einen sehr persönlich gestalteten Nachruf formulierte Dr.-Ing. Dr. h.c. Bernd Bilitewski, Geschäftsführender Gesellschafter der Intecus Gmbh, Dresden. Die wissenschaftliche Leitung der Konferenz, die heute vor weit über 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmern und mit über 60 Referentinnen und Referenten eröffnet wurde, hat Dr.-Ing. Stephanie Thiel.

Am ersten Tag wurde teilweise höchst kontrovers und bisweilen recht emotional das Thema der europäischen Kreislaufwirtschaftspolitik diskutiert. Gunther Wolff, Generaldirektor Umwelt der EU-Kommission in Brüssel hatte dabei keinen leichten Stand, als er im Plenum beim „Klassentreffen der Verbrenner“, wie es Prof. Karl J. Thomé-Kozmiensky, immer formuliert hatte, die ehrgeizigen Recyclingziele der EU formulierte. Holger Wendenburg ermunterte die anwesende Fachwelt, an die Recyclingfähigkeit der deutschen Entsorgungsbranche zu glauben. Außerdem hätten Ecodesign und Vermeidung von Abfällen einen zu geringen Stellenwert in der Diskussion. „Wir brauchen die Müllverbrennung – aber sie steht in der Abfallhierarchie an vorletzter Stelle.“ Wendenburg kritisierte dabei die gängige Praxis der Quotenberechnung. Nicht was eine Sortieranlage erreiche, sei bereits rezykliert. Das geschehe erst im nächsten Schritt. Und hier gebe es noch großen Handlungsbedarf. Auch wenn das Recycling von Kunststoffen vielleicht manchmal unökonomisch erscheine, gehe es doch darum, europa-strategisch zu denken. Europa verfüge schließlich bei weitem nicht über die Mengen an Primär-Polymere, die für die Produktion notwendig wären.

Die Veranstaltung wird am Dienstag in vier parallelen Sitzungen fortgesetzt. Eine ausführlichere Berichterstattung folgt in der nächsten Ausgabe des ENTSORGA-Magazins (ENTSORGA-Magazin 01_2017).

Quelle: EM / M.Boeckh, Berlin



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