Mittwoch, 28.06.2017
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Hoher Schaden durch Austritt von Gärsubstrat an Silo von Biogasanlage

Anlage hätte nicht betrieben werden dürfen

Noch nicht absehbar ist der Schaden, der Mitte Januar beim Austritt von rund 300 Kubikmeter Gärsubstrat aus dem Silo einer Biogasanlage in Engstingen, Kreis Reutlingen (Baden-Württemberg) entstanden ist. Ein Angestellter der Biogasanlage bemerkte am frühen Morgen, dass Gülle aus einem Silo der Anlage austrat. Er verständigte den Besitzer, der sofort die Feuerwehr alarmierte. Gleichzeitig bewegte sich der Gülleström aus der Anlage und verteilte sich in der nahen Siedlung großflächig. Dabei wurden in mehreren angrenzenden Gebäuden und Firmen Kellerräume überflutet. In einer naheliegenden Gaststätte stand die stinkende Brühe im Untergeschoss rund knapp zwei Meter hoch und musste von der Feuerwehr ausgepumpt werden. Ein Teil der ammoniakhaltigen Flüssigkeit konnte noch in einem Regenüberlaufbecken aufgefangen werden. Rund 100 Einsatzkräfte der Feuerwehren aus Engstingen, Pfullingen und einer Werkfeuerwehr aus Reutlingen rückten zur Einsatzstelle in den Gewerbepark Haid aus und pumpten mit Unterstützung durch Landwirte mit ihren mobilen Güllewagen vollgelaufene Keller aus, spritzten kontaminierte Straßen und Flächen ab und belüfteten Räume.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) kritisiert nach Angaben des SWR die geltenden Vorschriften für Biogasanlagen in Baden-Württemberg als zu lasch. Strenge Vorgaben gebe es nur für Anlagen, die mit Kraftstoffen oder Säuren arbeiten, nicht jedoch für Anlagen, die mit Gülle, Jauche oder Gärsubstraten arbeiten.

Solche Vorfälle schädigten den Ruf der Biogasbranche, wird der BUND zitiert. Der Umweltverband kritisiert, dass es offensichtlich kein ausreichend großes Auffangbecken bei der Biogasanlage gegeben habe. Gutachter des Landratsamtes Reutlingen hatten noch im November Mängel an einem der Gärbehälter festgestellt, meldete der SWR. Teile der Biogasanlage hätten deshalb nicht mehr betrieben werden dürfen.

Quelle: EM / Polizeipräsidium Reutlingen



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