Dienstag, 25.07.2017
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Emirat Kuwait lässt Abfallwirtschaftsplan erstellen

Fraunhofer UMSICHT erhält Großauftrag

„Am 8. Januar 2017 haben wir den Vertrag für das Großprojekt in Kuwait unterschrieben. Wir wurden damit beauftragt, einen Abfallwirtschaftsplan für das Emirat Kuwait zu erstellen. Das ist ein einzigartiges Vorhaben und wir haben bereits mit dem ersten Projektschritt begonnen”, beschreibt Dr. Matthias Franke.
Im Rahmen des Vorhabens soll in einem ersten Schritt eine umfassende Bestandsaufnahme und Erhebung von Primärdaten in dem Golfstaat vorgenommen werden. Neben Siedlungsabfällen sollen auch Gewerbe- und Industrieabfälle, Krankenhausabfälle, Industrieabwässer sowie Klärschlämme bezüglich Aufkommen, Zusammensetzung, Anfallstellen und Entsorgungswegen untersucht werden.
In einem zweiten Schritt werden die Deponien des Landes hinsichtlich ihrer Ausdehnung, Zusammensetzung sowie des Gefährdungspotenzials für Mensch und Umwelt erkundet.
Zur Nutzbarmachung der Daten für Behörden und Regierung sowie zur Information der Öffentlichkeit wird in einem dritten Schritt ein webbasiertes, interaktives Geoinformationssystem (Environmental Monitoring Information System of Kuwait, kurz eMISK) entwickelt, das unter anderem individualisierte Situationsanalysen, graphische Datenauswertungen und die Lokalisierung von Abfallerzeugern, -behandlungsanlagen und Deponien ermöglicht. Neben statistischen Daten und Ergebnissen von Laboranalysen werden in das System auch Daten von verschiedenen Analysesystemen - wie beispielsweise in Echtzeit erfasste Geruchsemissionen im Umfeld von Deponien und Behandlungsanlagen - online eingespeist.
In einem abschließenden vierten Schritt erfolgt die Erstellung eines nationalen Abfallwirtschaftsplans für das Land. Dazu wird der bestehende Rechtsrahmen des Landes weiterentwickelt und ein Finanzierungsmodell zur Umsetzung des Abfallwirtschaftsplans entwickelt. In einer Roadmap werden abfallwirtschaftliche Ziele, Indikatoren und Maßnahmenpläne zur Umsetzung von Abfallvermeidungs- und -verwertungsmaßnahmen sowie zur Sanierung der Deponien für die nächsten 20 Jahre festgelegt.
Um dieses umfangreiche Vorhaben zu realisieren, wurden insgesamt elf Konsortialpartner in das Vorhaben eingebunden. Dazu zählen die Universität Rostock, die envero GmbH, das INFA Institut, die INTECUS GmbH, die bipro GmbH, die BlackForest Solutions GmbH, das Ingenieurbüro RUK, die Nordum Akademie, die Beratungsgruppe TOMM+C sowie die in Kuwait ansässigen Unternehmen Giscon Middle East und Dar Al Bea’a Environmental Consultants. Die Projektleitung vor Ort übernimmt Dr. Peter Degener, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Abteilung Kreislaufwirtschaft. Die Projektkoordination in Deutschland wird von Katharina Reh, Gruppenleiterin Abfall und Ressourcenstrategien und Dr. Matthias Franke übernommen.
Das Projekt ist für den Forschungsstandort in Sulzbach-Rosenberg eine enorme Chance, sich neue Märkte und Kunden im arabischen Raum zu erschließen und sich international weiter zu etablieren.

www.umsicht-suro.fraunhofer.de
Quelle: Fraunhofer UMSICHT Institutsteil Sulzbach-Rosenberg



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