Donnerstag, 22.06.2017
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Nur geringe Zusatzkosten

Der Grüne Punkt: Verpackungsgesetz wird für Fortschritt sorgen

Durch das geplante Verpackungsgesetz (VerpackG) kommen keine oder nur geringe Zusatzkosten auf die deutsche Wirtschaft zu. Das ist das Ergebnis einer Studie des Beratungsunternehmens A.T. Kearney im Auftrag des Grünen Punkts. Der Gesetzentwurf sieht unter anderem deutlich höhere Recyclingziele vor – sowohl für die einzelnen Materialarten als auch für die gesammelten Abfälle insgesamt.
Durch diese Anpassungen erwartet A.T. Kearney keine Kostensteigerungen: „Natürlich muss in die Sortieranlagen investiert werden“, so Dr. Sven Rutkowsky, Partner bei A.T. Kearney. „Den Investitionen stehen aber ein Produktivitätsgewinn sowie Einsparungen für die thermische Entsorgung gegenüber, sodass in Summe der Mehraufwand ausgeglichen wird.“ Durch mehr hochwertiges Kunststoffrecycling werden größere Anlagenkapazitäten für die Aufbereitung der Kunststoffe gebraucht. „Diese Kapazitäten sind zum großen Teil schon vorhanden, zum Teil werden Importmengen verdrängt“, hat Rutkowsky ermittelt. „Die Quoten und die höhere Investitionssicherheit durch das geplante Gesetz bieten zudem einen Anreiz, die Kapazitäten weiter auszubauen und vor allem die Ketten in höherwertige Verwertungen zu schließen. Auch hierin sehen wir eher einen Vorteil.“
Zu höheren Kosten könnten allenfalls Änderungen in der Sammelinfrastruktur führen, denn die Kommunen sollen durch das VerpackG größere Mitspracherechte bei der Ausgestaltung der Sammlung erhalten. Erwartet wird, dass sich die Entsorgungsrhythmen für die Gelbe Tonne verkürzen. „Dadurch kann es zu höheren Sammelmengen und mehr Fehlwürfen kommen und in der Folge zu höheren Transport- und Sortierkosten“, erläutert Rutkowsky. Diese Kosten könnten maximal ca. 45 Millionen Euro betragen. Insgesamt sieht A.T. Kearney durch Änderungen in der Sammelinfrastruktur, höhere Verwertungsmengen und höhere Quotenvorgaben Kostensteigerungen in Höhe von maximal 107 Millionen Euro in 2020. Die Berechnungen beruhen auf einem Entwurf des VerpackG vom August 2016. Demgegenüber sieht der Entwurf vom 10. November 2016 längere Übergangsfristen und teilweise geringere Recyclingquoten vor – die Auswirkungen auf die Kosten dürften also noch geringer ausfallen.
 
Quelle: EM / Der Grüne Punkt


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