Dienstag, 12.12.2017
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Abschlussbericht zu Gigaliner-Test: "Ernüchternd"

BASt-Studie rechnet mit Kostendumping für den Lkw-Verkehr von 26 Prozent

Mit Ernüchterung hat die Allianz pro Schiene den lang erwarteten Abschlussbericht der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) zur unbefristeten Zulassung von Riesen-Lkw kommentiert: Deutschland habe bis kurz vor Jahresende auf die Abschlussstudie warten müssen. Wer das Papier nun kurz vor knapp in Händen halte, erlebe eine Riesen-Ernüchterung.
"Kein Wunder, dass Verkehrsminister Dobrindt diese Studie lieber in der Schublade lassen wollte“, sagte der Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, Dirk Flege, am Donnerstag in Berlin. Positiv hob Flege hervor, dass der Bericht zumindest das von der Lkw-Lobby erwartete Kostendumping für Lkw-Transporte klar beim Namen nenne. „Die BASt bestätigt, dass der Straßengüterverkehr durch den Riesen-Lkw um 26 Prozent billiger wird. Wie viele Güter deshalb von der Schiene auf die Straße abwandern, beantwortet der Bericht dagegen nicht. Wissenschaftliche Studien und Praxiserfahrungen in Schweden rechnen es bereits vor, aber sie tauchen im BASt-Bericht zum Gigaliner-Test noch nicht einmal im Literaturverzeichnis auf. Kluge verkehrspolitische Entscheidungen lassen sich auf solchen Grundlagen nicht fällen.“

Auch seriöse Aussagen über Umweltwirkungen erlaube der Test nicht, argumentierte die Allianz pro Schiene. „Der BASt-Bericht bescheinigt dem Gigaliner einen positiven Klimaeffekt und betrachtet dafür gerade mal 0,5 Promille aller in 2015 erbrachten mautpflichtigen Lkw-Fahrten. Dieser Wert ist nicht nur lächerlich gering, sondern – schlimmer – schlicht irrelevant: Über eine Marktanteilsbetrachtung zwischen den drei Verkehrsträgern Binnenschiff, Lkw und Güterbahn sagt er gar nichts aus. Noch weniger sagt er darüber aus, wie sich die Marktanteile vor dem Hintergrund der Verbilligung des Lkw entwickeln werden.“
Die Allianz pro Schiene kritisierte vor allem amtliche Schlussfolgerungen auf der Grundlage einer viel zu kleinen Datenbasis: „Der zuerst unterdrückte und jetzt klammheimlich veröffentlichte Abschlussbericht zeigt, wie wenig aussagekräftig der Test war: Der Bericht listet auf, dass in fünf Jahren lediglich 59 Speditionen mit 158 Lkw angemeldet waren. Wie viele davon tatsächlich gefahren sind, ist der BASt nicht bekannt. Mit Wissenschaft hat das überhaupt nichts mehr zu tun“, kritisierte Flege.
 
Quelle: EM / Allianz pro Schiene


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