Donnerstag, 24.08.2017
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Emissionen könnten deutlich sinken

Greenpeace: Bundesregierung lässt riesiges CO2-Einsparpotenzial ungenutzt

Deutschland könnte seine CO2-Emissionen im Stromsektor auf einen Schlag um ein Viertel reduzieren. Hierzu müsste der bestehende fossile Kraftwerkspark anders eingesetzt werden: Um die Stromnachfrage zu decken, sollten Kraftwerke mit niedrigem CO2-Ausstoß den Vorzug erhalten vor Kraftwerken mit hohen CO2-Emissionen. Das ergibt eine aktuelle Studie, die das Öko-Institut im Auftrag des Ökoenergieanbieters Greenpeace Energy erstellt hat. Würden die Kraftwerke nach ihrer Treibhauswirkung sortiert Strom erzeugen, könnte sich der CO2-Ausstoß in Deutschland schon heute um rund 79 Mio. Tonnen pro Jahr verringern. Dies hätte zwar etwas höhere Kosten für die Brennstoffe zur Folge, die aber deutlich unter den durchschnittlichen Klimakosten liegen. „Während sich die Bundesregierung nur mit Ach und Krach auf den Klimaschutzplan einigen konnte, lässt sie ein riesiges Einsparpotenzial ungenutzt: den bereits vorhandenen Kraftwerkspark“, sagt Sönke Tangermann, Vorstand von Greenpeace Energy.
Um die Stromnachfrage in Deutschland zu decken, kommen derzeit neben erneuerbaren Energien vor allem fossile Kraftwerke zum Einsatz. Welche Kraftwerke eingesetzt werden, bestimmen dabei die Brennstoffkosten. Erneuerbare sind am günstigsten, doch danach kommen bald schmutzige Kohlekraftwerke. Würde sich die Einsatzreihenfolge der Kraftwerke nicht an den Kosten orientieren, sondern am jeweiligen CO2-Ausstoß, sähe die Situation anders aus. Dann ergänzten vor allem Gaskraftwerke die erneuerbaren Energien, Kohlekraftwerke liefen hingegen deutlich weniger. Der große Vorteil: Gaskraftwerke sind nicht nur flexibler als Kohlekraftwerke, sondern stoßen auch wesentlich weniger CO2 aus. „Das Potenzial einer veränderten Einsatzreihenfolge darf nicht ungenutzt bleiben. In einem ersten Schritt sollten deshalb fossile Kraftwerke, die überwiegend für den Export produzieren, sofort vom Netz genommen werden“, fordert Sönke Tangermann.
 
Quelle: EM / Greenpeace Energy


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