Montag, 25.09.2017
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Biogasbranche sieht wieder Perspektiven

Vorteile von Biogas reichen weit über die reine Stromproduktion hinaus / Regionale Wertschöpfung nicht zu unterschätzen

Ein ereignisreiches Jahr geht für die Biogasbranche zu Ende. Nach einem denkbar schlechten Start mit einem katastrophalen ersten Referentenentwurf zum EEG 2017 zu Beginn des Jahres blickt der Präsident des Fachverband Biogas e.V., Horst Seide, nun wieder optimistischer in die Zukunft. „Es waren lange und harte Verhandlungen, die wir in Berlin geführt haben“, erklärt Seide, „und es gibt sicherlich auch jetzt noch keinen Grund, in Euphorie zu verfallen. Aber es gibt wieder eine Perspektive für die Biogasbranche“.
Vor allem die Anschlussregelungen für bestehende Anlagen bezeichnet der Präsident als wichtigen „Meilenstein“ für den Fortbestand dieses für das Gelingen der Energiewende so wichtigen Energieträgers. „In Zeiten, in denen der Neubau nahezu stagniert, ist es umso wichtiger, dass die Bestandsanlagen weiter produzieren können. Nur mit einem funktionierenden heimischen Markt werden die Branchenakteure bestehen können und weiter machen“, sagt Seide. Die Anschlussregelungen bezeichnet er als einen „wichtigen Stein im Fundament für eine langfristige und nachhaltige Entwicklung der Biogasbranche in Deutschland.“
In Zukunft werden Biogasanlagen weit mehr sein als reine Stromlieferanten. Zum einen müssen und wollen die Betreiber von Biogasanlagen flexibel auf die Nachfrage nach Strom und Wärme reagieren. „Wo heute ein Blockheizkraftwerk (BHKW) mit einer Leistung von 300 Kilowatt (kW) steht werden in Zukunft zwei oder drei gleichgroße BHKWs Strom erzeugen können. Aber statt wie bislang rund um die Uhr werden diese drei Kraftwerke nur dann laufen, wenn der Bedarf da ist – und das Gas speichern, wenn Wind und Sonne ausreichend günstigen Strom liefern können.“
Darüber hinaus werden Biogasanlagen neben dem Strommarkt in weiteren Sektoren an Bedeutung gewinnen. „Die klimafreundliche Wärme, die bei der Stromerzeugung im BHKW entsteht, sollte noch viel mehr eingesetzt werden. Hierfür ist es notwendig, dass Biogaswärme einen reellen Preis erzielt – und der liegt weit höher als die aktuell im Schnitt gezahlten 2,1 Cent je Kilowattstunde“, unterstreicht Seide. Die 2,1 Cent sind das Ergebnis einer Studie, die der Fachverband Biogas bei der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen in Auftrag gegeben hat.
Vor dem Hintergrund der Pariser Verträge wird der Klimaschutz an Bedeutung gewinnen. Biogas kann einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen leisten. „Allein durch die Vermeidung von Methanemissionen bei einer konsequenten Vergärung von Gülle in Biogasanlagen ließen sich jährlich rund 21 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente vermeiden“, erläutert Seide.
 
Quelle: EM / Biogas.org


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