Dienstag, 27.06.2017
Logo Entsorga Magazin


weitere Fachartikel unter ASK-EU



Erste kommerzielle CO2-Filteranlage der Welt

Direct Air Capture-Anlage bei Zürich liefert 900 Tonnen CO2 aus Umgebungsluft an Gewächshausbetreiber

Climeworks hat Ende Mai den Betrieb der weltweit ersten CO2-Filteranlage gestartet, die kontinuierlich, atmosphärisches Kohlendioxid an einen Kunden verkauft. Die Gebrüder Meier AG erhält bis zu 900 Tonnen CO2 pro Jahr und verbessert damit das Wachstum der in Gewächshäusern angebauten Pflanzen wie Tomaten oder Gurken. Mit seiner ersten kommerziellen Direct Air Capture-Anlage (DAC) gelingt Climeworks der Schritt in den globalen CO2-Markt. Durch die Erzeugung negativer Emissionen möchten die Schweizer in Zukunft zur Erreichung des 2-Grad-Ziels beitragen.

Die DAC-Anlage ist auf dem Dach der Müllverwertungsanlage des Zweckverbands Kehrichtverwertung Zürcher Oberland KEZO installiert. Drei Schiffscontainer enthalten die insgesamt 18 CO2-Kollektoren, ein weiterer ist mit Steuerungs- und Überwachungstechnik bestückt. Herzstück ist die innovative und weltweit patentierte Filterstruktur im Kollektor. Während der Filterung sammelt sich das CO2 chemisch an der Oberfläche des Filters. Ist die Sättigung eingetreten, wird das CO2 bei einer Temperatur von ca. 100 Grad Celsius gelöst und das hochreines Gas freigesetzt.
80 Prozent der benötigten Energie stammen aus Niedertemperatur-Wärme – in Hinwil ist die verwendete Wärme vor allem Abwärme aus der Müllverwertungsanlage. Aufgrund des zyklischen Prozesses sind die 18 Kollektoren stets in unterschiedlichen Phasen (Adsorption, Desorption) – dies ermöglicht die kontinuierliche Belieferung der 400 Meter entfernten Gewächshäuser der Gebrüder Meier AG über eine unterirdische Rohrleitung.
Aufgrund der Vor-Ort-Herstellung muss kein industrielles, fossiles CO2 mehr per LKW antransportiert und in Tanks zwischengespeichert werden. Im Vergleich zu anderen Abscheidetechnologien ist die modulare DAC-Technologie überall einsetzbar, konkurriert nicht mit Produkten des landwirtschaftlichen Anbaus, braucht wenig Platz und ist ohne Einschränkungen skalierbar. Weiter kann Climeworks CO2 verwendet werden, um damit Getränke anzureichern oder klimaneutrale Kraftstoffe und Materialien herzustellen. Die Kunden reduzieren damit ihre Emissionen sowie die Abhängigkeit von fossilen Energien.
 
Quelle: EM / Climeworks


 || zurück...










Schnell-Download:
Ein Angebot der
zur dfv Mediengruppe